Für das Jahr 2009 haben unser Reiseleiter Uwe Ulbrich und unser “Bahn&Verkehrsminister” Markus Maslak eine Besichtigung der John Deere Werke in Mannheim organisiert.

Die Anreise erfolgte wie gehabt mit der Bahn, dieses Mal nur mit einer kleinen Verspätung von 6 Minuten! Wir sind bereits Sonntag Vormittag gestartet, und konnten den Sonntag Abend noch zur “Eingewöhnung” an unser Ziel Mannheim nutzen.

Unsere Unterbringung war das Hotel “Wartburg”, ein sehr nobles Hotel mit orientalischem Motto.

Am Montag den 26. Januar ging es dann pünktlich um 10 Uhr los zu den Werkstoren der John Deere Werke. Auf dem Gelände der ehemaligen LANZ-Werke erwartete uns daher ein Streifzug sowohl durch die Geschichte der Werke als auch die Gegenwart einer der modernsten und grössten Traktoren-Werke Europas.

Startpunkt der Werksführung war das “John Deere Forum”, ein eigens für den freien Publikumsverkehr erbautes Informations- und Ausstellungszentrum. Hier gab es einige Exponate aus der LANZ-Zeit, aktuelle Schleppermodelle und Produkte aus dem Bereich Entetechnik, Rasenpflege und den JohnDeere Fanshop zu erleben.

Ein Film über den Standort, die Modelle und das Unternehmen John Deere war die Einleitung zur Werksführung, bei der verschiedene Stationen in der Entstehung eines John Deere Schleppers zu besichtigen waren.

Im Werk Mannheim werden die kompletten Schlepperbaureihen 5x20, 6x30,  und einige 7x30 mit Leistungen von 76 - 203 PS gebaut. Weiterhin werden Komponenten wie Getriebe und Achsteile für Werke ausserhalb Deutschlands bis hin zu den USA gefertigt.

Massgebende Fertigungskompetenzen liegen in Mannheim in der Getriebefertigung z.B. der Lastschalt-Getriebe PowrQuad oder AutoQuad.

So ging es über die , Zulieferung von Kabinen, Motoren und Rahmen zur Getriebefertigung. Hier werden die Getriebegehäuserohlinge bearbeitet, Zahnräder gefertigt, gehärtet und geschliffen, die Kupplungspakete, das Reversiergetriebe, das Schaltgetriebe und auch die Lastschaltung in Modulbauweise komplett selbst gefertigt. Dazu kommen noch Achstrichter, Achsen, Differentialgehäuse und Differentiale, Hubwellen und Allradantriebe.

Die Kabinen werden im Werk Bruchsal gefertigt, die Motoren kommen aus dem französischen Ort Saran.

In der Endmontage werden dann alle Komponenten wie Rahmen, Motor, Getriebe, Achsen und Kabine “verheiratet”. In der Regel verlässt alle 3 Minuten ein neuer John Deere Traktor die Endmontage, der gesamte Prozess dauert etwa 6,5 Stunden. Am Ende gibt es noch Funktionstests der Hydraulik und Getriebe, dann steht auch schon der Versand an. Für Käufer eines Neuschleppers bietet John Deere sogar die Möglichkeit an, den gesamten Endmontageprozess des eigenen Schleppers zu verfolgen!

Gegen Ende der Werksführung ging es dann noch mal zurück zu den Wurzeln des heutigen Werkes, welches früher die berühmte Produktion der LANZ Bulldogs beherbergte.

Die meisten Gebäude sind übrigens im Krieg zerstört worden, nur wenige rekonstruiert, der bekannte LANZ-Wasserturm steht noch und beherbergt bis heute das Vermächtnis der LANZ-Konstrukteure - alle Unterlagen, Konstruktionspläne und Daten der LANZ - Ära!

Auf dem Gelände befindet sich eine kleine Museumshalle, in der chronologisch die ersten LANZ-Glühkopf-Motoren wie der HR/HL-Bulldog, die Ackerluft-Bolldogs, dem “Alldog” oder den “Bulli”, die Halbdiesel-Modelle der 50er, dann die ersten John-Deere-Lanz-Modelle der 60er und schliesslich die bekannten Grün-gelben Schlepper der 70/80er Jahre und aufwärts präsentiert werden. Auch der 1.000.000ste Schlepper, ein JD 6400, ist zu sehen.

Werkstor John Deere Mannheim

Ansicht des John Deere Forums

Zwischenlager für die Endmontage: Kabinen, Motoren, Tanks

LANZ-Museum: Chronologie vom Bulldog bis zum 1.000.000 JD

Zum Abschluss gab es noch eine interessante Präsentation im Technik-Raum des John Deere Forums, hier wurde die einfache Funktionsweise des stufenlosen AutoPowr - Getriebes live an einem Traktor dargestellt.

Der Schlepper, auf einer “Rolle” fixiert, wurde über ein externes Cockpit im Präsentationsraum gesteuert.

Hier konnte man anschaulich die Funktionen der Wendeschaltung, der Rangierhilfe, des Tempomaten und der Automatikfunktionen des Getriebes kennenlernen, und diese gleich live durch die Geräuschkulissen und das Fahrverhalten des Traktors erleben!

Den Abschluss bildete dann wieder die Rückkehr ins Forum, wo wir gerne noch den John Deere Fanshop besuchten und uns im LANZ-Café auf der Empore des Forums einen kleinen Snack genehmigten. Gegen 17 Uhr war dann alles beendet, und mann kommt zu dem Schluss, dass der amerikanische Konzern John Deere durch konsequenten Zuwachs und Investitionen aus den damaligen LANZ-Werken eine der erfolgreichsten, produktivsten und modernsten Schlepperproduktion aufgebaut hat.

Der Dienstag war der “Erholung” und der Bahnrückreise nach Dollbergen gedacht. Gegen 12 Uhr ging es am Bahnhof Mannheim los, nach einer kleinen “Umleitung” des Zuges kamen wir dann mit etwa einer halben Stunde Verzögerung in der Heimat an...

Anbei das Photoalbum mit einigen Impressionen der Reise.

Fotoalbum Werksbesichtigung John Deere (oder auf das Bild klicken)